Verweise von anderen Websites bleiben ein starkes Signal, aber nur, wenn sie aus einem nachvollziehbaren Grund entstehen. Gekaufte Linkpakete sind das teuerste und riskanteste Werkzeug in dieser Disziplin.
Was einen Link wertvoll macht
Nicht die Anzahl entscheidet, sondern Herkunft und Zusammenhang. Ein einziger Verweis aus einem Fachartikel, der thematisch zu Ihrer Leistung passt und tatsächlich Leser hat, wirkt mehr als hundert Einträge in Verzeichnissen, die niemand aufruft.
Vier Fragen helfen bei der Einschätzung: Passt die verweisende Seite thematisch? Würde von dort realistisch jemand klicken? Steht der Link im redaktionellen Text oder in einer Fußzeile? Und wäre er auch entstanden, wenn es keine Suchmaschinen gäbe?
Womit lokale Betriebe realistisch anfangen
Für einen Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb im Rheinland gibt es unspektakuläre, aber tragfähige Quellen:
- Kammern und Innungen, bei denen Sie ohnehin Mitglied sind
- Lieferanten und Hersteller mit Händler- oder Partnerverzeichnis
- Lokale Vereine, Sponsoring, Schul- und Stadtteilprojekte
- Regionale Presse, wenn es einen echten Anlass gibt: Jubiläum, Ausbildung, ungewöhnlicher Auftrag
- Fachportale der eigenen Branche
Das sind keine spektakulären Zahlen, aber es sind Verweise, die Bestand haben und Ihnen nicht irgendwann Probleme bereiten.
Das eigene Profil prüfen
Sehen Sie zuerst nach, was bereits existiert. Der Bericht zu Verweisen in der Google Search Console reicht für den Anfang aus. Interessant sind dabei zwei Dinge: Gibt es auffällig viele Links mit exakt gleichem Ankertext? Und stammen sie aus Bereichen, die mit Ihrem Geschäft nichts zu tun haben?
Beides ist typisch für eingekaufte Pakete, auch für solche, die eine frühere Agentur ohne Rücksprache besorgt hat. Bevor Sie zum Disavow-Werkzeug greifen, sollten Sie allerdings wissen: Google ignoriert unnatürliche Links inzwischen meist einfach. Ein voreiliges Entwerten kann mehr schaden als nutzen.
Wovon ich abrate
Von allem, was sich in Mengen verkaufen lässt. Linkpakete mit fester Stückzahl, Netzwerke aus Blogs ohne echte Leser, Tauschringe, automatisierte Kommentare. Das Muster ist stets dasselbe: kurzfristig messbar, mittelfristig wirkungslos, im schlechtesten Fall Anlass für eine manuelle Maßnahme. Die Aufräumarbeit danach kostet regelmäßig mehr als der ursprüngliche Aufbau.